Frühbeete

Der frühe Gärtner genießt mehr Natur

Der nächste Frühling naht! Wer bereits ein Hochbeet im Garten errichtet hat oder nun plant, eines aufzubauen, kann jetzt schon mit Frühbeetaufsätzen arbeiten. Wir verraten dir, was du dabei beachten solltest.

Um eine erfolgreiche und vor allem reiche Ernte einfahren zu können, ist es von Vorteil, das Hochbeet im Frühjahr zu einem Frühbeet umzufunktionieren. Es eignet sich besonders gut, um Kulturen aufzuziehen bzw. Ablegerpflanzen gedeihen zu lassen und auf die Ausbringung vorzubereiten. Mit dieser Methode kannst du die Anbauperiode vieler Nutzpflanzen um einige Zeit verlängern. Eingesetzt in nährstoffreicher Erde, geschützt und unter kontinuierlich warmen Temperaturen können sich deine Pflanzen ungestört entwickeln. Ein erhöhtes Frühbeet zieht alle wesentlichen Vorteile aus dem Hochbeet und lässt die Keimlinge optimal gedeihen.

Pflanzen und Setzlinge

Für die Bepflanzung eines Frühbeetes sind im eigentlichen Frühjahr nur Pflanzen geeignet, die niedrige Temperaturen von vornherein gewöhnt sind. Dazu zählen die meisten Kohl- und Rettichsorten. Auch Gemüse wie Zwiebeln, Möhren und Spinat kannst du bereits ab Februar aussäen. Frostempfindliche Kulturen sollten erst im späteren Frühling oder Frühsommer in das Frühbeet eingebracht werden.

Gartenbauexperten unterscheiden bei der Auswahl der Setzlinge und der angewendeten Anbautechnik zwischen einem “warmen” und “kaltem” Frühbeet. Dabei zeichnet sich das erhöhte Frühbeet vor allem als “warmes” Beet aus, da hierbei eine organische Schicht aus Küchenabfällen, Sägemehl oder Mist für eine Wärmepackung im Beet sorgt und die Setzlinge auch bei niedrigen Temperaturen wachsen können.

Schutz der Setzlinge im Frühbeet

Die Setzlinge sollten vor Witterung und äußeren Einflüssen geschützt werden. Gewährleistet wird dies am besten mithilfe von

  • einfachen Gärtner-/Abdeckfolien
  • Folientunneln
  • Frühbeetscheiben aus Gartenplank-/PLEXIGLAS
  • witterungsbeständigen Vlies
  • Zeitungspapier

Sie schützen das Beet und die Setzlinge vor Vögeln und Ungeziefern, sowie Regen, Wind, Hagel, Schnee und zu viel Sonne. Der Treibhauseffekt erzeugt dazu noch einen zusätzlichen Wärmestau im Beet und bietet eine gute Grundlage für das Wachstum der Aussaat.

Wichtig ist, dass die Innentemperatur des Frühbeetes konstant zwischen 22 und 25° Celcius liegt. Unterschätze dabei nicht die Kraft der Wintersonne! Gerade bei einfachen, selbstgebauten Frühbeetlösungen mit Folien, die keinen ausreichenden Sonnenschutz haben, können die Pflanzen durch zu große Temperaturen im Beet eingehen. Daher solltest du das Beet immer ordentlich lüften. Die allermeisten Frühbeet-Bausätze verfügen über Lüftungsöffnungen und -mechanismen, einige sogar über vollautomatische, welche die Pflege der Beetpflanzen erheblich erleichtert.

Baumärkte und verschiedene Internetanbieter verkaufen sehr robuste Fertiglösungen für Frühbeete. So wird u.a. von der Firma Juwel ein Frühbeetaufsatz aus Aluminium und doppelwändigen Polykarbonat-Platten passend zum Hochbeet-Sortiment angeboten. Diese Option ist besonders für Anfänger geeignet. Erfahrene Gartenfreunde können sich aber auch selbst einen Frühbeetschutz bauen.

Frühbeet selber bauen

Ein Foliendach kann man relativ einfach mithilfe von Rundstäben (Federstahlrundstäben) sowie witterungsfester Folie oder Vlies selbst bauen. Dazu werden Löcher in den oberen Beetrand im Abstand von ca. 5 bis 7cm gebohrt. Der Durchmesser sollte dem der verwendeten Stäbe gleichen. In diese werden dann die einzelnen Stäbe gesteckt. Darüber wird nun die Abdeckung gezogen und sicher befestigt.

Sollte das Dach seinen Dienst erfüllt haben, kann es leicht wieder abgebaut werden. Die Löcher können mit kleinen Dübeln oder Holzstiften verschlossen werden. Um die regelmäßige Lüftung zu erleichtern kannst du die Abdeckung auf einen Rundstab aufwickeln und am anderen Ende an einem Haken einhängen. Falls die Befestigung der Rundstäbe direkt im Beetmaterial zu heikel ist, können auch rostfreie Ösen an die obere Innenkante des Beetes geschraubt werden. Hier werden die Rundstäbe dann eingesteckt.

Auch aus alten Fensterscheiben kann ein Frühbeet für das Hochbeet errichtet werden. Vor allem Gartenblankglas eignet sich hervorragend dafür, denn es ist stabiler als Folien und schützt darüber hinaus die Pflanzen vor schädlichen UV-Strahlen. Dafür ist es umso brüchiger.

Legst du Wert auf größere Stabilität und eine einfache Verarbeitung, solltest du als Material für den Frühbeet-Aufsatz Polykarbonat-Platten oder PLEXIGLAS wählen. Diese sind besonders kratzfest und wesentlich bruchfester als Glas, wobei sie sonst alle positiven Eigenschaften mit ihm teilen. Außerdem ist der Kunststoff einfacher zu schneiden und zu verarbeiten. Polykarbonat-Platten sind darüber hinaus sehr viel günstiger als Glasscheiben und PLEXIGLAS.

Welche Materialien du auch für den Eigenbau eines Frühbeetes nutzt, die Kosten werden sich durch den Anbau von Obst und Gemüse rasch amortisiert haben. Letztendlich kannst du das Beet über viele Jahre nutzen.

Vor- und Nachteile im Überblick

Vorteile Nachteile
Gartenbankglas UV-Schutz teuer
gute Stabilität bei Neubau: Zuschnitt
bester Glashauseffekt schwere(r) Verarbeitung/Transport
große Bruchgefahr
Anfälligkeit für Kratzer
Polykarbonat preiswert eventuell UV-Beschichtung zusätzlich notwendig
größere Stabilität und Bruchfestigkeit als Glas keine vollständige Transparenz
leichter Aufbau (eigenständiger Zuschnitt) Anfälligkeit für Kratzer
leichtes Material
Plexiglas UV-Schutz teuer
größere Stabilität und Bruchfestigkeit als Glas keine vollständige Transparenz
leichter Aufbau (eigenständiger Zuschnitt)
leichtes Material
kratzerresistent (Plexiglas resist)
(Gärtner-)Folie sehr preiswert wenig formbeständig
große Flexibilität nicht reißfest
einfacher Aufbau und Zuschnitt kein UV-Schutz
sehr leichtes Material schlechte Wärmeisolierung
keine vollständige Transparenz
Folientunnel preiswert kein UV-Schutz
einfacher Aufbau und flexibel einsetzbar schlechte Wärmeisolierung
als Systemset erhältlich nicht reißfest
leichtes Material keine vollständige Transparenz