Hochbeet als Komposter

Das Hochbeet als Komposter nutzen

Erhöhte Beete und Komposter sind eine gute Kombination. Wir zeigen dir, wie du einen Komposter richtig anlegst, welche Fehler häufig bei der Kompostierung gemacht werden, wie du diese vermeidest und wie du die gewonnene Muttererde auf ihren Gehalt testen kannst. Die erhaltene Erde kannst du schließlich in deinen Beeten ausbringen und so langfristig bares Geld sparen!

Umweltfreundlich und nährstoffreich

Der Komposter ist ein zuverlässiger und umweltfreundlicher Nährstoffspeicher. Er bietet bei richtiger Anlage und Pflege einige Vorteile. Der wichtigste ist wohl die Umwandlung von scheinbar nutzlosen Gartenabfällen in wertvolles organisches Substrat. Nach der Rotte ist dieser ein natürlicher Dünger, der deinen Boden im Hochbeet verbessert und somit die Erträge und das Wachstum deiner Pflanzen steigert.

Des Weiteren stabilisiert er den ph-Wert deines Bodens im neutralen Bereich und unterstützt die Wasserspeicherung. Für Gartenfreunde mit einem Nutzgarten ist vor allem die schnellere Erwärmung im Beet und der Schutz vor Schadstoffen (diese werden nicht von den Pflanzen aufgenommen) von größter Wichtigkeit. Der hohe Nährstoffreichtum lockt nicht zuletzt auch nützliche Bodenlebewesen an, die für eine gute Durchmischung des Bodens sorgen.

Ausgemustertes Hochbeet nutzen

Für den Bau eines Komposters bedarf es nicht unbedingt einer Neuanschaffung. Es kann auch ein bereits bestehendes (altes) Hochbeet dafür genutzt werden. Ähnlich wie bei der Anlange eines normalen erhöhten Beetes werden hier verschiedene Schichten bestehend aus gehäckseltem Holz und Strauchschnitt mit Rasenschnitt, Laub, Stroh und samenfreien Unkraut vermischt. Mit einer Erdschicht bedeckt, kannst du dies weiterhin bepflanzen. Dabei kann aufgrund der meist geschlossen Bauform des erhöhten Beetes die Muttererde nur saisonweise, also nach der Ernte entnommen werden. Die erzielte Bodenwärme ermöglicht eine frühe Pflanzung, zügiges Wachstum und eine zeitige Ernte. Unterstützt durch senkrechte Regenwurmgänge verfault weder das Material noch vertorft es.

Einen Komposter richtig anlegen

Für das Anlegen eines guten Komposters ist vor allem der Standort entscheidend. Dieser sollte möglichst schattig und windgeschützt gewählt werden. Dies ist insofern wichtig, um das Austrocknen der oben liegenden Schichten zu vermeiden und somit die Rotte nicht zu gefährden. Heckensträucher oder aber auch Baumkronen sind ideale Schattenspender. Falls Sie ein altes Hochbeet oder ähnliches zum Komposter umfunktionieren wollen, dieses aber in eher ungeschützter Lage liegt, bietet sich das Anpflanzen von Sonnenblumen, Mais oder aber auch Kürbispflanzen mit Rankhilfen an. Diese schützen vor übermäßigen Wettereinflüssen und mögen durchlässigen, nährstoffreichen Boden. Ein weiterer Vorteil: Sie bieten einen angenehmen Sichtschutz, da der Komposter meist als eher unschön im Gesamtbild des Gartens wahrgenommen wird.

Was ist zu beachten?

  • Um den Komposter problemlos zu befüllen/Erde abzunehmen, sollte ein bequemer Zugang gewährleistet sein.
  • Feste Gehwegplatten gewährleisten einen sicheren Zugang auch bei feuchtem oder eisigem Wetter.
  • Zusätzliche Fläche erleichtert später das Umsetzen und Sieben des Komposters.
  • Die Mindestgröße sollte ungefähr einen Kubikmeter betragen.
  • Als Füllmaterial wird eine ausgewogene Mischung aus frischen und trockenen Gartenabfällen verwendet – holziges Material (Strauchschnitt, Stroh, Säge, Hobelspäne) sowie Rasenschnitt, Gemüsereste, Hühner-/Kuhmist und samenfreies Unkraut.
  • Verzichtet werden sollte auf kranke Pflanzen, Samen-/Wurzelunkräuter, sehr dicke Holzstücke, verdorbene Lebensmittel, Holzasche, Glas, Metall, Kunststoff und Gummi.

Nährstoffgehalt im Kompost

Mikroorganismen zersetzen das holzige Material und den darin enthaltenen Kohlenstoff. Das sorgt für eine gute lockere, luftige Schichtung. Die pflanzlichen Komponenten liefern Stickstoff, weitere Nährstoffe und Feuchtigkeit, welche die Rotte beschleunigen.

Der Nährstoffgehalt ist stark von den verwendeten Ausgangsmaterialien abhängig. Ein Kompost mit hohem Mistanteil enthält schnell die fünffache Nährstoffmenge als eines aus normalen Gartenabfällen bestehenden Komposters. Schädlingsbefall kann hier aber auch schneller auftreten.

Der Kontakt zwischen Gartenboden und Verrottungsmaterial sollte wenn möglich unbedingt erhalten bleiben. Aufgelockerte Erde ermöglicht Regenwürmern und anderen nützlichen Abfallverwertern sich im Winter im Kompost einzunisten. Beim Anlegen des Komposters ist die Befüllung in einem Zug die ideale Voraussetzung für eine kontinuierliche Rotte. Temperaturentwicklung sowie Mikroben werden so optimal gefördert. Später können dann weitere kleine Mengen zugeführt werden.

Zeitaufwand für einen Komposter

Ein Jahr solltest du für die fast vollständige Verrottung der Abfälle einplanen. Während des Sommers erfolgt aufgrund der höheren Temperaturen die Hauptverrottung, während des Winters ruht diese fast vollständig. Mehrmaliges Umsetzen fördert die Verrottung zusätzlich, da auch Randmaterial mittig eingebracht werden kann.

Falls der Komposthaufen nur mit kleineren Abfallmengen befüllt wurde, ist meist nur die unterste Schicht als Erde zu verwenden. Es kann also nur ein geringer Teil des Kompostvolumens entnommen und somit nur wenig nachgefüllt werden. Daher ist es ratsam, in einem weiteren Behälter für das nicht verrottete Material Platz zu schaffen. Andernfalls ist die fortlaufende Entnahme vom Kompost nicht zu umgehen.

Häufige Fehler beim Kompostieren

Beim Kompostieren können schnell einige Fehler unterlaufen. Um z.B. herauszufinden, ob dein Komposthaufen ausreichend Feuchtigkeit enthält, drückst du ein wenig Kompost in deiner Hand zusammen. Im Idealfall treten nur wenige Tropfen aus. Ein zu trockener Kompost ist auch an weißgrauem Schimmelbefall zu erkennen. Schimmelbefall lässt sich beim nächsten Umsetzen durch beimischen von feuchten Gartenabfällen beheben.

Zu feuchte Kompostierung

Ein sichtbares Merkmal zu feuchter Kompostierung ist das erhöhte Austreten von Sickerwasser. Der sehr hohe Anteil an wasserreichen Gartenabfällen, sowie hoher Niederschlagsmengen sind meist die Ursache. Als Gegenmaßnahme bietet sich vor allem das Anwelken von frischem Grasschnitt, Obst- und Gemüseresten an sowie das Beimischen von trockenem Material beim Umsetzen. Eine weitere Maßnahme ist das Abdecken des Komposters sowie die Gewährleistung ausreichender Ablaufmöglichkeiten.

Fäule im Komposter

Für die Ausbreitung von unangenehmem Geruch ist mangelnde Durchlüftung und angefaultes Material verantwortlich. Die Verrottung findet weiterhin statt, allerdings ohne Sauerstoff, die Mikroorganismen produzieren so zunehmend schwefelhaltige Substanzen und organische Säuren. Häufig passiert dies bei vorgegärten Küchenabfällen. Bioabfälle sollten also nicht allzu lange in einem geschlossen Behälter lagern, sondern zügig auf dem Komposter entsorgt werden. Um den Geruch zu überlagern eignet sich schon fertige Gartenerde oder auch Mulch.

Wie oben bereits erwähnt, sollte der Kompost im Idealfall in einem Arbeitsgang angelegt und eine Mindestgröße vom einem Kubikmeter haben. Für einen erfolgreichen Verrottungsprozess sind Temperaturen zwischen 50°C und 60°C unerlässlich. Bei kleineren Füllmengen entweicht die entwickelte Hitze zu schnell über die Oberfläche. Somit dauert die Verrottung erheblich länger.

Ungeziefer im Kompost

Um ungebetene Besucher wie Ratten, Mäuse, Fliegen und Schnecken zu vermeiden, sollten bestimmte Abfälle normal über den Hausmüll entsorgt bzw. geschickt verdeckt werden. Küchenabfälle auf dem Kompost solltest du mit fertigem Kompost oder Erde abdecken.

Richtiges Ausbringen der Kompostererde

Um die entstandene Erde richtig für Saatbeete verwenden zu können, bietet sich das Sieben an. Grobes, kaum zersetztes Material wird aussortiert und man erhält nährstoffreiche, feine Pflanzerde. Die Reste können dann für die nächste Rotte verwendet werden. Fertiger Kompost sollte niemals in den Boden eingearbeitet bzw. untergraben werden. Am besten eignet sich ein bedeckter milder Tag für die Ausbringung. Die mühevoll erzeugte Erde ist keinesfalls totes Material, sondern liefert eine Menge nützlicher Kleinstlebewesen, die bei übermäßiger Sonne absterben oder beim umgraben ersticken würden. Dünnes Ausstreuen über die bestehende Erdschicht im Hochbeet ist ausreichend.

Der Kressetest

Ein bewährtes Hausmittel um die Qualität und den Nährstoffgehalt deines Kompostes herauszufinden, ist der so genannte Kressetest:

  • Entnehme eine kleine Menge Kompost und fülle ihn in eine Schale.
  • Feuchte den Kompost leicht an und säe eine kleine Menge Kressesamen darauf aus.
  • Geht die Saat nicht innerhalb der nächsten 3 bis 4 Tage auf, muss der Kompost noch eine Weile rotten.
  • Keimt dieser ein wenig und es erscheinen gelbliche Blättchen, sollte dieses Kompost-Stadium für die Düngung von Rosen und Sträuchern verwendet werden. Er enthält meist etwas gröbere Stücke und deckt so als Mulchschicht die Erde ab.
  • Erscheinen innerhalb von 4 Tagen kräftige, saftige Stängelchen und Blättchen, ist der Kompost fertig und sehr nährstoffreich. Er kann ab diesem Zeitpunkt ohne Probleme ausgebracht werden.