Hochbeete und die Ergonomie

Ergonomisch in den Garten!

Um eine Gelenk- und Rückenschonende Gartenarbeit gewährleisten zu können, eignen sich Hochbeete besonders gut. Richtungsweisend hierfür ist die Lehre “von der Anpassung der Arbeit an den Menschen” – die Ergonomie. Hauptziel dieser Wissenschaft ist die Verbesserung der Ausführungsbedingungen und Erleichterung der Arbeitsabläufe innerhalb des Arbeitsprozesses.

Die Lehre der Ergonomie hat den Berufszweige der Ergotherapeuten & Ergonomen hervorgebracht. Deren Tätigkeits- und Lehrfeld bezieht sich z.B. auf die körperschonenden Arbeitsabläufe bei Fertigungsprozessen oder die Rehabilitation Kranker und Behinderter. Bis heute hat die Ergonomie zu Verbesserung der Alltagsleben beigetragen, z.B. in Form von ergonomisch(körpergerecht) geformten Haushaltsgeräten und Möbeln.

Hochbeet an den Gärtner anpassen

Ältere Dame bei der Gartenarbeit

Ältere Dame bei der Gartenarbeit, by FlickR Nutzer barockschloss

Es ist also Ratsam den Garten an die körperliche Reife und Leistungsfähigkeit anzupassen, zumal niemand vor Krankheiten, Behinderung und dem normalen Altern gefeit ist.

Doch auch für körperlich fitte, gesunde Menschen stellt ein Hochbeet eine echte Alternative zu jahrelangem Mühevollen umgraben und Erde aufhacken dar.
Der Wichtigste Fakt den Sie vor dem Bau eines Hochbeetes wissen sollten ist Ihre Körpermaß, danach sollten Sie Ihren Arbeitsplatz anpassen. Auch sollten Sie beachten, dass sehr pflegeintensive Hochbeete auch Flächen zum Ausruhen, Abstellen, Aufbewahren von Werkzeugen und Einrichtungen für die Bewässerung benötigen.

Fakten für stehende Arbeiten am Hochbeet

  • Körpergröße & Beinlänge bestimmen Höhe (meist 85 cm bis 100 cm, auf Höhe des Beckenkamms)
  • max. 60 cm bis 70 cm tief
  • besonders Aufrecht steht man an einem Beet, wenn ein Untertritt von 14 cm (Höhe &Tiefe) vorhanden ist

Fakten für sitzendes Abreiten am Hochbeet

  • Beethöhe von 50 cm und 65 cm
  • niedrige Hochbeete eignen sich gut für hohe Kulturen (Tomate); die Bodenvorbereitung erledigt man aber im sitzen

Tischbeet für Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte

Zunehmend werden auch ergonomisch geformte Gartengeräte und Hilfsmittel entwickelt, um Senioren und Behinderten einen einfachen Einstieg und die Fortführung der Gartenarbeit zu ermöglichen. Verschiedene Therapien und Studien haben gezeigt, dass diese Tätigkeiten viele Krankheitsbilder wesentlich verbessern.

Als eine Sonderform hat sich das „Tischbeet“ herausgebildet. Es wurde speziell für Rollstuhlfahrer entwickelt, eignet sich aber auch für Menschen die besser im Sitzen arbeiten können.

Rückenschonendes Arbeiten am Hochbeet

Wichtig für ergonomisch orientierte Gartenarbeit ist eine gut trainierte Muskulatur und die richtige Körperhaltung. Ergotherapeuten und Rückenschulen (z.B. Volkshochschule) bieten Kurse an, in denen man die richtige Erwärmungs-, Dehnungs-, und Lockerungsübungen für verspannte oder überanstrengte Muskeln gezeigt bekommt.

Um Rücken sowie Gelenkschmerzen zu vermeiden bieten Hochbeete eine schonende Alternative. Dennoch fallen viele andere Gartenarbeiten an, in denen nur lange Stiele an Gerätschaften, Sitz-, und Kniehilfen die Arbeit erleichtern. Um sich die Umgewöhnung auf ergonomisch geformte Arbeitsgeräte zu erleichtern, probieren Sie die neuen Gerätschaften im Laden sorgfältig aus. Natürlich gehört auch ein gewisses Maß an Disziplin dazu, sich alte ungesunde Arbeitstechniken abzugewöhnen.

Der generelle Aufbau des Gartens

Besonders Augenmerk ist auch auf den generellen Aufbau des Gartens zu legen. Eine passende „Infrastruktur“ ist für ein Hochbeetgarten unerlässlich, um mehrere Beete einfach und effektiv Pflegen zu können. Praktische Bewässerung, also z.B. kurze Wege, Aufbewahrungsmöglichkeiten für Arbeitsgerätschaften, Materiallager, der Kompostplatz gehört genauso dazu, wie ein kleiner Arbeitstisch.

Genauso sollte eine Platz zum Ausruhen mit Bedacht ausgestattet werden. Um einen schönen Gesamteindruck zu erhalten und sich unnötige Wege zu ersparen, sollten all diese Bereiche ein Bestandteil des Gartens sein und nicht versteckt werden. Ein Beispiel für genutzten Raum und Anbaufläche ist ein Bohnenstangentipie.

Übersicht körperschonende Arbeitsgeräte

Geräte und Hilfsmittel für die Gartenarbeit am Boden: Rollhocker/Knie-Sitzhocker, Knieunterlage, Knieschoner, Greifer, Längenverstellbare Gerätestiele, Leichtholz- oder Aluminiumstiele, Kehrschaufel m Stiel, Gartenkralle

Handgeräte und Hilfsmittel für die Arbeit am Hochbeet: Handhacke, Handschaufel, Distelstecher, Handharke, Kindergießkanne, Eimer, Haushaltsschere, Sitzhilfe, Hocker

Hilfsmittel für die körperschonende Gartenarbeit: Werkzeuggürtel, Schürze, Eimer, Körbe, Tragschlaufen für Kübel, Rolluntersetzer für Blumenampeln, Sackkarre, Schubkarre, ergonomisch geformte Gießkanne, Pumpen und Schläuche, Mulchmaterialen, Flächenkompostierung, Tischbeete/Hochbeete/Bankbeete, Pflanztische

Natürlich richtet sich der Bau eines Hochbeetes nicht nur nach rein ergonomischen Gesichtspunkten, sondern auch nach bautechnischen, ästhetischen und klimatischen Anforderungen.

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