Unterfahrbares Hochbeet

Alternativen für den barrierefreien Garten

Neben den klassischen Hochbeeten finden sich auch noch besondere Hochbeetformen auf dem Markt. So gibt es zum einen das sogenannte Tischbeet – einen erhöhten Pflanzkasten – der von den meisten Gartenfachleuten auch zu den Hochbeeten gezählt wird. Funktion und Bauart unterscheiden sich jedoch vollkommen von den klassischen Hochbeeten.

Eine zweite Variante für deinen barrierefreien Garten sind die unterfahrbaren Hochbeete. Das ist eine Kombination aus klassischem Hoch- und Tischbeet, da der Sockel bis zum natürlichen Erdboden reicht.

Das Tischbeet

Während in einem Hochbeet die Pflanzenwurzeln Kontakt zum natürlich gewachsenen Boden haben, sind die Pflanzen in einem Tischbeet lediglich auf das eingebrachte Substrat angewiesen. Zudem kann das Wasser in einem Hochbeet durch die Drainageschicht in den natürlichen Boden abfließen. So wird ein Wasserstau in der Erde und ein Ertränken der Wurzeln vermieden. Beim Bewässern eines Tischbeetes musst du darauf achten, dass du – ähnlich wie bei Topfpflanzen oder Balkonkästen – die Erde nicht zu stark tränkst.

Diese sehr unterschiedlichen Konstruktionsmerkmale wirken sich deutlich auf die Bepflanzung und Nutzung der Beete aus.

So sind Tischbeete vor allem komfortabel im Transport. Sie lassen sich schnell und einfach ab- bzw. aufbauen und eignen sich auch für Balkon und gepflasterte Terrassen, wo üblicherweise kein natürlicher Mutterboden vorhanden ist. Außerdem sind sie sehr viel sparsamer im Materialverbrauch – durch das Wegfallen der Drainageschicht sparst du Geld und Mühe.

Durch die Begrenztheit des Erdvolumens eignen sich Tischbeete lediglich für niedrigwurzelnde Pflanzen. Kommt das Beet draußen zum Einsatz, solltest du außerdem darauf achten, dass die Pflanzen besonders extreme Witterungen überstehen können (Trockenheit, Kälte, etc.). Hierfür eignen sich besonders winterharte Sedum (Fetthenne, etc.) und Steingartenpflanzen.

Rollstuhlgerechtes Be(et)pflanzen

Tischbeete eignen sich vor allem für Menschen, die im Rollstuhl sitzen, weil sie unter die Bepflanzungsfläche fahren und so die Arbeiten am Beet bequem vornehmen können. Gerade in Einrichtungen für körperlich Behinderte und Senioren werden diese Beete gerne im therapeutischen Bereich eingesetzt. So müssen bewegungseingeschränkte Menschen nicht auf die Arbeit im „Grünen“ verzichten.

Kleines Regelwerk für die Bepflanzung

  • Die Bepflanzungsfläche sollte etwa auf einer Höhe von 85 bis maximal 95cm liegen.
  • Der Unterbau des Beetes sollte mindestens 65cm hoch sein.
  • Für Rollstuhlfahrer empfiehlt es sich, ein Tischbeet zu errichten, das auf einem mittleren Sockel statt auf vier Tischbeinen steht.
  • Rollstuhlgeeignete Beete können einfacher gepflegt werden, wenn sie keine scharfen, rechtwinkligen Ecken haben, sondern ganz rund oder vieleckig sind.
  • Damit auch die hinteren Pflanzen gepflegt werden können, sollte die Breite des Beetes eine Armlänge nicht überschreiten. Ist das Beet von mehreren Seiten zugänglich auch die doppelte Länge.
  • Zur rückenfreundlichen und bequemen Pflege sowie Bewässerung aus dem Rollstuhl heraus, existieren mittlerweile intelligente Bewässerungsmöglichkeiten, mit denen das Beet ohne große Bewegungen und schweres Heben gegossen werden kann.

Auch Tischbeete gibt es in den verschiedenen Materialien mit entsprechender Optik und materiellen Besonderheiten. Am häufigsten findet man sie jedoch als Holzkonstruktionen, die schnell, sicher und ohne großen Werkzeugbedarf aufgebaut werden können.

Wasser marsch! Aber richtig…

Zu einer stabilen Konstruktion aus Holz kommt meistens eine Inneneinlage aus Metall, die unten mit größeren Löchern perforiert ist, damit das Gießwasser abfließen kann. Von Herstellerseite und aus Erfahrung von Hochbeetgärtnern wird dir jedoch zusätzlich zu einer Auslage eines Drainagevlies‘ geraten. Dieses Gewebe saugt das Wasser an und filtert die Erde heraus, sodass dir keine Pflanzenerde durch die Entwässerungsperforierung verloren geht.

Das unterfahrbare Hochbeet

Eine gute rollstuhlgerechte Lösung zwischen klassischem Hochbeet mit Bodenkontakt und einem Tischbeet stellen die unterfahrbaren Hochbeete dar. Diese bestehen meistens aus einer Kombination von Tisch- und Hochbeet (einseitig befahrbar) oder Tischbeeten mit besonders breitem mittlerem Sockel (beidseitig befahrbar). Der Sockel ist hierbei hohl und unten offen, sodass er Kontakt zu dem natürlich gewachsenen Boden hat. Der Sockel selbst ist mit Drainagematerial gefüllt. Damit Rollstuhl und Beine ausreichend Platz unter dem Hochbeet finden, sollte die auf dem Sockel ruhende Pflanzwanne ca. 40cm über den Sockelrand reichen.

Die Wanne ist mit einem Drainagevlies ausgelegt, welches das Wasser ansaugt, filtert und zum Drainagematerial abführt. So kann sämtliches Gießwasser aus dem Beet abgeleitet werden, ohne dass es zu einem Stau im Beet kommt.

Zudem sollte die Wanne eine leichte Neigung nach innen aufweisen. Derart gewinnt man auf der Bepflanzungsfläche von außen nach innen mehr Erdvolumen und kann so unterschiedliche Gewächse anbringen. Während im vorderen Teil niedrigwurzelnde Pflanzen und Kräuter gut gedeihen (ca. 10-15cm Tiefe), können zur Mitte des Beetes auch Tiefwurzler gesetzt werden – direkt über dem mittleren Sockel sogar Stauden, deren Ausläufer durch Drainagevlies und -schicht bis in den natürlich gewachsenen Boden reichen können.

Vor- und Nachteile im Überblick

Vorteile Nachteile
Tischbeet preisgünstig nur niedrigwurzelnde Pflanzen
wenig Material kein optimaler Wasserabfluss
leicht aufzubauen kein Kontakt zu gewachsenem Boden
für Balkon/gepflasterte Terrasse und Gewächshäuser geeignet
rollstuhlgerecht
Unterfahrbares Hochbeet Kombination aus Hoch- und Tischbeet nimmt viel Platz sein
rollstuhlgerecht schwierige Befüllung
auch tiefwurzelnde Pflanzen möglich teuer (eventuell Spezialanfertigung)
bequeme Arbeit im Sitzen